GREEN DAY
Warning
Reprise / Wea

Fast schon hatte man sie vergessen, die drei Jungs von Green Day. Nach dem Riesenerfolg ihres dritten Albums "Dookie" versuchen die Kalifornier mit der neuen Platte an alte Zeiten der Platinehrungen anzuknüpfen und sich aus den Tiefen der Bedeutungslosigkeit zu heben. Das gelingt ihnen mit "Warning" allerdings ebensowenig wie mit den vorhergegangenen Alben "Insomniac" und "Nimrod". Obwohl Billie Joe zu Mandoline und Harmonika greift und Drummer Tré Cool sich am Akkordeon versucht, sind die 12 Songs langsamere Kopien älterer Stücke der Band, von denen einzig "Blood, Sex and Booze" zum Mitrocken animiert. Green Day scheinen sich vom California Punk entfernen zu wollen, zu neuen Ideen reicht es allerdings nicht - bei "Misery" höchstens zum Mitschunkeln. Mainstream-Rockmelodien, Billie Joes ewig nölende Stimme und seichte Protestsongs gegen die ach so böse Spießergesellschaft ("Fashion Victim" oder die Singleauskopplung "Minority") reißen nicht vom Hocker. Dabei haben die Kollegen von The Offspring mit "Americana" es ihnen doch vorgemacht, dass man sechs Jahre nach dem von beiden Bands angeleierten Punk-Revival nicht als traurige Selbstkopie durch die Gegend rennen muss!
Kathrin Haberecht