ADAM GREEN
Jacket Full Of Danger
Rough Trade

Schön konnte man anhand der letzten Green-Platte das Feuilleton-Phänomen beobachten. Die richtig gute Platte verpasst, dafür mit Schmackes auf den höchst durchschnittlichen Nachfolger gestürzt. Gut, die Hysterie ist hoffentlich vorbei. "Jacket Full Of Danger" ist besser als "Gemstones", nicht ganz so gut wie "Friends Of Mine". Denn zurück sind die Streicher, die den Songskizzen Greens immer die nötige Veredelung verpassten, wieder arrangiert von Jane Scarpentoni. Und neben den üblichen ironischen Versatzstückchen finden sich hier wahre Schönheiten von Songs: "Vultures" etwa, in dem sich "Walk On The Wild Side" mit "Sitting On The Dock Of Bay" trifft. Dann wieder klingt Green schlimm nach Jim Morrison und knödelt, dass einem Angst und Bange wird, so geschehen auf dem ziemlich wahnsinnigen "White Women". Dagegen ist die Beat Happening-Coverversion von "Cast A Shadow" eine hübsche kleine Gemme.
Karl Koch