GORILLAZ
Demon Days
Parlophone / Emi

Blur haben Pause. Deshalb hat Damon Albarn die Zeit gefunden, das zweite Album seiner virtuellen Comic-Band Gorillaz auf die Beine zu stellen. "Demon Days", klangtechnisch betreut vom neuen Wunderproduzenten Dangermouse ("The Grey Album"), ist düsterer als das Debüt ausgefallen, ein bisschen weniger Hip Hop-lastig, weil der US-Rapper Dan The Automator nicht mehr dabei ist, und um einiges verschrobener in Stilmix und Klang. Bizarre Elektro-Schnipsel treffen auf queren Pop, kuriose Bluesverweise, Grandmaster Flash-Zitate, Gospelgesänge, Funkgrooves, neoklassische Streicher und Beach Boys-Referenzen. Für reichlich Abwechslung sorgen überdies Gäste wie Soul-Ikone Ike Turner, Neneh Cherry, De La Soul, Maria Topley Bird, Shaun Ryder und Filmikone Dennis Hopper, der das kuriose "Fire Coming Out Of Monkey's Head" rezitiert. Was jedoch trotz aller Ideen und Köpfe fehlt, ist ein Hit Marke "Clint Eastwood", mit dem das von Jamie Hewlett gezeichnete Cartoon-Quartett vor vier Jahren einschlug.
Volkard Steinbach