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GIANT DRAG
Hearts And Unicorns Kickball Records / Interscope
| Da guckt Annie Hardy freundlich, vielleicht ein bisschen verwirrt vom Cover des Albums, und erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass da ein Kaventsmann von einem Messer in ihrem Oberschenkel steckt. Etwas leicht Irres haftet auch den Songs des Duos Giant Drag an. Garbage in lebendig, My Bloody Valentine in amerikanisch, Sonic Youth wiedergeboren an der West Coast, Hole mit Buffy-The-Vampire-Slayer als Leadsängerin, all diese Möglichkeiten schwirren durch dieses Album voll tollem Breitwand-Trash-Dream-Pop-Rock. Annies Method-Acting Stimme singt famose, oft recht düstere Popsongs, darunter brutzeln verzerrte Gitarren, schwingen sich zu Monstern auf und dröhnen alles zu. Annie und ihr Kompagnon Micah Calabrese wettern gegen die Strokes, sie covern "Wicked Game" von Chris Isaak, als wären sie die Butthole Surfers und lüstern dem hübschen Nachbarn hinterher. Das ist so herrlich weit weg von aktuellem US-Rock und britischem New-Wave-Gedöhns, dass man meint, seit langem nichts mehr so frisches gehört zu haben. Karl Koch |