GAY DAD
Leisure Noise
London / East West

Okay, wieder mal großes Getöse auf der Insel. "Beste Band seit Oasis" oder "zynisches Medien-Konstrukt" lauten die Positionen, und die Beta Band hassen sie, wie nichts zweites. Das dazu. Was bleibt ist ein hübsches Debutalbum, voller Bombast und großer Gesten, das keinerlei Ehrgeiz hat, der Popmusik irgendeine neue Nuance hinzuzufügen. Frech geklaute Reminiszenzen an alles und jeden, vorgetragen mit dem unverschämten Selbstbewußtsein neuer Hausherren, darin nicht unähnlich einem Gregg Alexander und seinen New Radicals. Und doch wehren sich Sachverstand und Geschmack vergebens gegen die niederen Bedürfnisse des Popherzens nach großer Geste und pathetischem Gefühl. Auch wenn mehr als einmal das Kitschbarometer ekelerregende Höhen erreicht... Schön, daß der offene, kontinentaleuropäische Hörer beides darf: Die Beta Band lieben und Gay Dad, naja, immerhin für ein paar gelungene Songs, mögen.
Karl Koch