G. DEP
Child Of The Ghetto
Bad Boy Entertainment / Bmg

G. Dep steht nicht etwa für Gangsta-Depp, sondern für Ghetto-Deputy. Als solcher liefert unser Mann einen traurigen Rapport ab über "seinen" Distrikt Harlem/New York: "I'm sippin' on Gin - thinkin' how i could win. I'm tryin on church, the priest calls me a sinner - calls me everything - except for a winner!" Als Produzent im Hintergrund fungiert P. Diddy, vormals Puff Daddy - der hat zwar ein Händchen für massentaugliche Hits, neigt aber zu vergoldetem Soundbombast. Genau hier steckt das Problem: Der verschleppte, ruhige Reimfluss des melancholischen G. Dep passt nicht recht zur glamourhaften Produktion des Albums. Gelungene Stücke, etwa der eindringliche Opener "Everyday", sind die Ausnahme. Und das Cover des staubtrockenen Eric B. & Rakim-Klassikers "Microphone Fiend" zeigt überdeutlich, was für ein lässiges Reimtalent da ansonsten unter überproduzierten Arrangements begraben wird. Schade drum.
Frank Krings