NELLY FURTADO
Whoa Nelly!
Dreamworks / Motor

Schon das Booklet zeigt die kanadische Sängerin in diversen Posen: Vom unbeschwerten Hippie-Girl bis zum sexy Hüpfer, vom Vamp bis zur Elfe sind alle Klischees vertreten. Auch das Debüt der 21jährigen klingt, als wolle sie sich allen aktuellen Popströmungen anbiedern. Dazu nennt sie noch Einflüsse von Beck, Radiohead und Jeff Buckley bis Madonna, TLC und Salt-N-Pepa. Was will uns die Künstlerin mit diesem Rollenspiel sagen? Dass sie klassische Songs schreiben kann, wenn sie will? Gebongt! Dass sie unglaublich vielseitig ist, moderne Grooves mag, ebenso Hip Hop, R&B, Pop, aber auch indische, kubanische und brasilianische Elemente sowie Musik aus der Heimat ihrer portugiesischen Eltern? Auch gebongt. Aber nur mit Bauchschmerzen, denn bei etlichen Tracks verschleudert Nelly Furtado ihr Talent an Plastik-Soul zu Stakkato-Beats. Erst zum Schluß wird sie dem Albumtitel "Whoa Nelly!" gerecht, wenn sie mit "Sacred Of You" und "Onde Estás" sinnliche Melancholie in bester Fado-Tradition verbreitet.
Volkard Steinbach