FLER
Trendsetter
Aggro Berlin

Sympathieträger sehen anders aus. Was lässt sich auch Nettes über den wohl Stumpfesten der an Stumpfsinn nicht wirklich armen Berliner Aggro-Szene schreiben? Vielleicht, dass er trotz "Deutsche Welle"-Gepose nie rechtsradikal war. Seine Single "Cüs Junge" mit dem in der Berliner Migranten-Szene schwer respektierten Muhabbet impft das noch dem letzten Zweifler ein. Musikalisch erinnert die wuchtige Produktion mit dem Oriental-Sample an Dr. Dre vor fünf Jahren. Von wegen "Trendsetter" und so ... Aber solche Details sind in Flers Augen wohl eh nur Probleme für Hip Hop-Nerds. Und auf die kann das Berliner Ghetto-Kind gut verzichten. Das Elend erleben, darüber rappen und daraus eine coole Haltung gewinnen - das ist Flers Ansatz. Damit können sich auch deutsche Schulabbrecher aus Sozialhilfe-Dynastien identifizieren. Ansonsten hapert es seiner "Ghetto Poetry" an allem: Wortspiele, Metaphern oder wenigstens Variationen im Flow - was Rap so spannend macht, ist hier Fehlanzeige. Die statischen, immer gleich monströsen Aggro-Beats vervollständigen noch den öden Gesamteindruck.
Frank Krings