ELO
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Epic / Sony Music

Wollte man den Charme von Jeff Lynnes Electric Light Orchestra beschreiben, wüßte man kaum, wo zu beginnen. Ist es die stetig böllernde Snaredrum, seine immer noch jugendliche Stimme, die hier einmal tatsächlich (parodistisch?) nach Bob Dylan klingt, die singende George-Harrison-Gitarre, die Fähigkeit harmonische Wendungen und beatleske Versatzstücke nicht geschickt vorzubereiten oder dramatisch zu inszenieren, sondern auf plattestmögliche Art aneinanderzupappen, so dass sie wie buntes Blech funkeln, sind es die mächtigen Chöre, die zarten Stückanfänge, die fast von Air stammen könnten, oder ist es die Altherrenrockigkeit, die ignorant-charmante Beharrlichkeit einen Sound wie anno 1975 rauszuhauen, die Rummelatmosphäre, die Fähigkeit, aus schalen Klischees doch noch ein Prise Frische auszukochen, oder gleichzeitig melancholisch-sentimental und bierbumsig-fidel zu sein? Wie auch immer: ELO sind auch im Jahre 2001 eine wichtige Band.
Karl Koch