EELS
Daisies Of The Galaxy
Motor / Universal

Der kalifornische Sänger und Multiinstrumentalist Mark Oliver Everett alias Eels hat die Todesfälle im engsten Familienkreis, die sein letztes Album "Electro Shock Blues" zwangsläufig zur düster-nihilistischen Angelegenheit werden ließen, verarbeitet. Die Beerdigungen sind vorüber, die Lebenden stehen wieder im Mittelpunkt. Zwar beginnt die dritte CD des Ein-Mann-Unternehmens Eels mit den Klängen einer Trauermarsch-Kapelle, aber von einem Deja Vu kann keine Rede sein. Vielmehr handelt es sich um eine Hommage an Grace Kelly, und allzu traurig geht es auch nicht zu. Eher verspielt bis besinnlich. Wie überhaupt die alles ausstechende Rock-Karte schön im Ärmel bleibt. Statt Alternative-Rock geben akustische Gitarren die Stimmung vor, behutsam umrankt von Orgel, E-Gitarre, Bläsern und unaufgeregtem Schlagzeug. Aber auch ohne lautstarke Attacken erinnert "Daisies Of The Galaxy" mit seinen vitalen, lebensbejahenden, seltsam ironisch wirkenden Songs zwischen Sixties-Bubblegum, Singer/Songwritertum und Pop-Gestus an das erste Eels-Album "Beautiful Freak". Und das war bekannterweise ein Geniestreich.
Volkard Steinbach