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DR. JOHN
Duke Elegant Emi
| Was George Clinton für den Funk und James Brown für den Soul, das ist Dr. John für die Musik des kulturellen Schmelztiegels New Orleans. Generationen von Musikern versuchten in seine Fußstapfen zu treten und seine höchst eigenwillige Rezeptur aus Blues, Gospel, Funk, psychedelischem Swamp-Rock und kreolischer Folklore nachzukochen. Kein Wunder, dass bei seinem letzten, in London eingespieltem Album "Anutha Zone" die britische Pop-Szene Schlange stand, als es um die Vergabe der Gästerollen ging. Was die Sidemen anbelangt, ist Dr. Johns neues Werk weit weniger spektakulär, vertraut er doch auf die bewährten Kräfte seiner Band The Lower 9-11. Dafür bietet "Duke Elegant" musikalisch die größere Überraschung: Es widmet sich ausschließlich der Musik von Duke Ellington, dem Maestro des Swing. Dr. John versucht erst gar nicht, Ellington zu kopieren. Im Gegenteil, ob er "It Don't Mean A Thing" als Boogie-Funk interpretiert, den "Mood Indigo" zum Gospel-Blues macht oder das schwermütige "Solitude" in die Atmosphäre einer fast leeren Bar in den frühen Morgenstunden überträgt, immer drückt er den unsterblichen Ellington-Standards mit perkussivem Keyboardspiel, federnden Funk-Grooves und schnarrend-rauchiger Stimme seinen ureigenen Stempel auf. Aber anderes war es ja auch kaum zu erwarten, von einem Künstler, der zu den einflussreichsten Figuren des Pop gehört. Volkard Steinbach
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