BLACK DICE
Broken Ear Record
Dfa / Emi

Wer sich von dieser Platte des "DFA"-Labels den nächsten Tanzkracher erwartet, sollte die blankpolierten Disco-Boots schnell wieder ein- und die Denkerbrille auspacken. Denn das hier ist schweres Zeug. Gelooptes Zirpen, industrielles Brüllen, Reste von Funkriffs, LowFi-Chants in Fantasiesprache, Noise-Attacken: Wie ein Field-Recording einer in weiter Zukunft liegenden Primitiv-Zivilisation mutet dies an. Sun Ra und A-Musik, Liars und Yoko Ono, Alec Empire, S.Y.P.H. und Gong: Diesem Kosmos ist die Musik von Black Dice im weitesten Sinne verpflichtet und damit frei. Bravo, James Murphy, so hat's das "Mute"-Label auch gemacht: Eine Band fährt die Kohle ein, und davon wird tolles, schräges Zeug rausgebracht.
Karl Koch