DEFTONES
Deftones
Maverick / Wea

Zweifellos gehört der Fünfer aus Sacramento in seinem Genre zu den ganz Großen. Aber was heißt hier Genre? Chino Moreno und seine Mitstreiter haben schon Metal, Punk, Hardrock und düstere Psychedelic-Klänge zusammengeleimt, als Linkin Park noch am Daumen lutschten. Höhepunkt in der Karriere der 1988 gegründeten Band: "White Pony", ein Klassiker. Madonnas Label "Maverick" hatte also auch bei harten Jungs ein gutes Näschen bewiesen. Drei Jahre später wird wieder losgeprügelt, was Gitarren, Bass, Sampler, Strings und Schlagzeug hergeben. Die Riffs stehen wie massive Stahlwände, Moreno brüllt Urschreie ins Mikro. "Deftones", das Album, kommt über den Hörer wie eine steuerlose Dampfwalze, mächtig, tödlich, angsteinflößend - aber auch schwerfällig. Denn vieles ist vorhersehbar, bekannt vom Vorgänger. Selbst die dunklen, atmosphärischen Tracks zum Albumende. Aber auch hier heißt es trotz versöhnlicherer Klänge: Seele brennt!
Volkard Steinbach