KC DA ROOKIE
Nexcallibur
Showdown / Wea

Deutscher Hip Hop mit englischen Vocals muss sich immer gnadenlos am hohen US-Standard messen lassen. So auch das zweite Album von KC. Dieser ist als MC durchaus kein Rookie (Anfänger) mehr, sondern beherrscht einen stoischen, emotionslosen Rapstil - was auf Albumlänge allerdings mächtig anödet. Dabei kommt der Opener "Bless" noch recht vielversprechend: anfangs rappt KC lässig acapella, dann rundet ein schmoover Beat die Sache ab. Aber schon "Stop Da Press" enttäuscht als schlecht gekupfertes DJ Premier/Gang Starr-Plagiat. Wenig begeisternd auch die weiteren Angebote im Gemischtwarenladen der verschiedenen Produzenten (u.a. Berlins KMC- & Harleckinz-Producer DJ Desue und Roey Marquis aus Frankfurt): R&B-Hip Hop für Großraumdiscos und gewollt ernste Tracks mit pathetischen Streichersamples. Am musikalischen Mittelmaß können auch nationale (Samy Deluxe, Afrob, D-Flame) und internationale Gäste (Sean Price von den grandiosen Heltah Skeltah sowie die überzeugende Apani B Fly MC) nichts ändern. "Nexcallibur" täuscht oberamtliche Profiarbeit vor - ist aber nur unorigineller Durchschnitt.
Frank Krings