DARK VOICES
Train Of Thoughts
Synthetic Symphony / Spv

Die Depeche Mode der frühen 80er hörten sich folgendermaßen an: glockenhelle Synthie-Arrangements, unbeholfen dahinblubbernde Effekte, monotoner Vokaleinsatz. Die Berliner Band Dark Voices klingt anno 1999 genauso. Ihr drittes Album stößt in dieselbe Ecke vor, in der auch Bands wie Wolfsheim und And One beachtliche Erfolge erzielen. In dieser Gesellschaft bedeutet originalgetreues Kopieren mehr als zeitgenössisches Nachempfinden. So radikal retro wie die Berliner arbeiten allerdings sonst nur noch Modern Talking. Die Lieder klingen schal, alt und weisen belanglose Texte vor. Ohne Frage findet sich ein Publikum, das jeden Synthie-Schrott abkauft und sich davon verzücken läßt - so sollte das Revival der 80er aber nicht verstanden werden. Es spricht für sich, daß die großen Vorbilder aus Britannien der Keyboard-Reinkultur schon lange abgeschworen haben.
Ulf Lippitz