CATIE CURTIS
A Crash Course In Roses
Ryko / Zomba

Der "New Yorker" nennt sie eine Folkrock-Göttin. Ein Lobpreis, den man sich nach Prüfung ihrer atemraubenden Stimme nebst wunderschöner Songs durchaus nachvollziehen kann. Wer jedoch heute als singende Songschreiberin auffällig werden will, muß mehr bieten als vertonte Tagebuchaufzeichnungen zur akustischen Gitarre. Die aus Boston stammende Catie Curtis spielt zwar auch Gitarre und komponiert Songs nach klassischem Vorbild, aber sie beschreitet auf ihrem dritten Album einen Weg, der ihre Kunst vor Klischees und Langeweile bewahrt. Der verwaschen-unscharfen Optik des Covers und dem introvertiert-besinnlichen Charakter der balladesken Songs stehen glasklare, semiakustische Arrangements und manchmal euphorische Melodien gegenüber. Hier wird kein Loblied auf alte Werte gesungen, sondern intimer story-telling-Folkrock im zeitlosen Gewand geboten, der sogar wie im Opener "Gave Me Love" und bei "What's A Matter" mit einem modernen, ansteckenden Groove unterlegt ist.
Volkard Steinbach