CRACKER
Garage D'or
Virgin

Als sich Camper Van Beethoven Anfang der 90er auflösten, gründete ein Teil der Band die Monks Of Doom, während David Lowery, der Kopf der Kultband aus dem kalifornischen Santa Cruz, mit Cracker das Erbe seiner alten Band antrat. Dabei orientierte er sich weniger am irrwitzigen Humor und den atemberaubenden Stilmischungen aus Punk, Beat, Balkan-Folklore, Schotten-Folk, Psychedelia und Garagen-Rock, mit denen die Campers in den 80ern die Independent-Charts stürmten. Cracker entwickelten vielmehr auf vier Studioalben ein fast klassisches Amalgam aus Country und Rock, das immer dann am besten war, wenn Lowery in die Rollen des lässigen Singer/Singwriters und verträumten Balladen-Interpreten schlüpfte. Dagegen liess die Band auf der Überholspur oft einiges an Esprit vermissen. Daran krankt auch "Garage D'Or", das die Geschichte der Band seit '92 nochmals Revue passieren läßt. Besonders die ausgewählten Songs aus den ersten drei Alben "Cracker", "Kerosene Hat" und "The Golden Age", sowie "Skake Your Action" aus dem Soundtrack zu "Clueless" bieten kaum mehr als solide, riffrockende Durchschnittskost. Dass Cracker jedoch zu Recht zu den besseren amerikanischen Gitarren-Bands gezählt werden, belegen die zart countrifizierte Ballade "Big Dipper", der vitale Bluesrock-Stomper "Been Around The World" und drei neue, stimmungsvolle Love-Songs. Weitere Glanzlichter in Form rarer Live-Aufnahmen, Album-Outtakes sowie Beiträge zu Soundtracks und Tribute-Alben ("If I Were A Carpenter") finden sich auf der limitierten Doppel-CD-Version, die die Schwächen der Einfach-CD vergessen läßt.
Volkard Steinbach