|
GRAHAM COXON
The Golden D Emi
| Der Gitarrist von Blur gilt als extrem schüchtern und zurückhaltend. Um so mehr wunderten sich Kritiker und Fans, dass gerade er der erste war, der mit "The Sky So High" ein Solo-Album veröffentlichte. Noch dazu eins, das wenig gemein hatte mit Brit-Pop und Songs wie "You`re So Great" und "Coffee & TV", die er für Blur geschrieben hatte. Nichts liegt Coxon ferner, als Blaupausen vergangener oder künftiger Blur-Werke anzufertigen. Und sich selbst wiederholen, kommt auch nicht in Frage. Wer jetzt also Teil 2 des Solo-Debuts erwartet, dürfte geschockt sein. Denn außer der brüchigen Akustik-Ballade "Keep Hope Alive" erinnert auf "The Golden D" nichts mehr an den melancholischen LoFi-Pop des Vorgängers. Im Gegenteil: Graham Coxon orientiert sich an amerikanischen Hardcorebands der 80er und meisselt ein ruppiges Soundgetüm, das in schwer beschädigtem Noiserock, wie man ihn aus der Endzeit der Stooges kennt, die pure Lust am Feedback auslebt. Dass Coxon als großartiger Gitarrist locker Tempo und Power seiner Vorbilder erreicht, versteht sich von selbst. Allein bei den Melodien und beim Gesang hapert es, weshalb hier auch die besten Songs Coverversionen sind: "Fame & Fortune" und "That`s When I Reach For My Revolver" von der Bostoner Postpunkband Mission Of Burma. Volkard Steinbach |