RY COODER & MANUEL GALBAN
Mambo Sinuendo
Nonesuch / Wea

Mittlerweile wurde unsereins derart mit kubanischer Musik überschwemmt, dass man doch ein wenig abgestumpft ist. Wie sich neu zu begeistern ist, führt jetzt Ry Cooder zusammen mit Manuel Galbán vor. Die Musik, die die beiden Gitarristen in eng verzahntem Spiel und mit Bandbegleitung machen, hört sich an wie der Soundtrack zu einem Pulp-Fiction-Film, der noch gedreht werden muss. Cooder sorgt für sentimental klingende Glissandi-Effekte und Galbán, seit den 50ern der E-Gitarrist der Insel, stellt melodische Floskeln in einen Raum, der von Mambo-Rhythmen durchpulst wird. Das hat ein exotisches, friedlich stimmendes Flair, ist Musik aus der Hängematte und erinnert an einen Tanzabend in der Hotelbar, samt Erwachen am Strandcafé. Schön zudem, dass es Cooder gelungen ist, mit Galbán einen der Großen kubanischer Musik zu einer Aufnahme zu aktivieren, die die melodischen Einfälle der 50er und 60er mit den Techniken von heute zum kommenden Klassiker kubanisch-amerikanischer Musik verschmilzt.
Adrian Wolfen