COLDPLAY
x & y
Parlophone / Emi

Schnelle Arbeiter sind die vier Briten nicht. Wie schon beim "schwierigen" zweiten Album "A Rush Of Blood ..." haben Coldplay auch für ihr "schwieriges" drittes Album Monate über Monate gebraucht. Das Resultat sind 13 üppig ausstaffierte Songs, wie man sie von einer Band erwarten kann, die den Superstar-Status erreicht hat. Anders als beim Vorgänger zünden die Songs schon beim ersten Hören, sind wie "Speed Of Sound" Pop in Perfektion oder haben wie das jenseitige "White Shadow", das spacige "Low" (Gastauftritt Brian Eno) und das überraschenderweise "Computerliebe" von Kraftwerk zitierende "Talk" echtes Klassikerpotenzial. Ganz gleich, ob Jonny Bucklands phantastisches Gitarrenspiel oder Chris Martins Hochtönergesang, jede Note offenbart überaus starkes Selbstbewusstsein und alles von den Streichern über die Keyboards bis zu den Melodien ist größer als groß. Opulente Balladen findet man hier zuhauf, ebenso mitreißende Hymnen, die wie gemacht sind, um von zigtausend Kehlen mitgesungen zu werden. "X&Y" liefert Gänsehautstimmung pur und ist zu 100% Stadion-kompatibel, und das ist ausnahmsweise mal nicht negativ gemeint.
Volkard Steinbach