JERRY CANTRELL
Degradation Trip
Roadrunner / Mercury

Das erste Soloalbum des Gitarristen von Alice In Chains käute bereits den Sound der Grunge-Helden aus Seattle wieder. Ok, die Lücke, die der Abgang von Alice In Chains riss, war damals gross. Und mit einigen atmosphärischen Songs und akustischen Abstechern gab es auch neue Facetten des Jerry Cantrell zu entdecken. Vier Jahre später muss man sich jedoch fragen, ob die Welt noch ein weiteres Cantrell-Album braucht, das düsteren Alternative Rock mit Retro-Touch zelebriert wie Alice In Chains Anfang der 90er. Ok, seit Nickelback gibt es in den Charts ein neues Leben für Grunge-Kopisten. Doch 70 Minuten Gitarren-Dröhnung und Stimmbandaufrauhung sind einfach zu viel. Und als Tribute für den jüngst an einer Überdosis verstorbenen Alice In Chains-Sänger Layne Staley kann "Degradation Trip" auch nicht durchgehen, war die CD doch lange im Kasten, bevor er sich ins Nirvana spritzte.
Volkard Steinbach