LEE BUDDAH
frühjahrschronik
The A-label / Rough Trade

Ach, was hab' ich das Video zu "Novemberhände" geliebt, ein Meisterwerk der surrealistischen Videokunst. Was war das? Hip Hop? Plunderphonisches Songwriting wie Beck? Jetzt endlich das neue Album. Hip Hop war gestern, jetzt wird auf breiter Ebene gesongwritet. Die Single "Jung, Dumm & Glücklich": Das Beste, was The The niemals auf deutsch veröffentlicht haben. Im weiteren Verlauf wird die Geschichte einer verlorenen Liebe erzählt, es fallen tatsächlich Worte wie "Tandaradei", Worthülsen à la Distelmeyer werden durcheinandergewirbelt, sämtliche englischen Großmeister des Pop zitiert und für deutsches Songwriting urbar gemacht, und das alles durchweht von einer Leichtigkeit, wie man sie sonst nur bei den "Le Pop"-Chansonniers oder Brasilianern trifft. Erwachsen wie Bazooka Cain, Style Council und Edwyn Collins zusammen und doch so verspielt. Wundervolle Wahrheiten über die Liebe, fantastische Songs und Arrangements. Lee Buddah, der Pele unter den deutschen Songwritern.
Karl Koch