|
MEREDITH BROOKS
Deconstruction Emi
| Ihr Erfolg war zwar nicht ganz so überwältigend wie der von Alanis Morissette, mit der sie oft verglichen wird, aber für Platin reichten die Verkäufe ihres Debuts dank der Hymne "Bitch" allemal. Nach zwei Jahren rastloser Tourneen versucht die in Corvallis/Oregon geborene Sängerin und Songschreiberin, die in den 80ern Mitglied des Frauentrios Graces war, jetzt mit dem neuem Album ihre Stellung im Rock-Business zu festigen. Dabei steht einiges auf dem Spiel, personifiziert Meredith Brooks doch in den Augen vieler Kritiker die Singer/Songwriterin der 90er: Selbstbewußt, optimistisch, ehrlich, sensibel und außerdem musikalisch so traditionsbewußt, dass ihre direkte Rock-Sprache, angereichert mit Blues und Folk, mit Leichtigkeit verstanden wird. Was Verständlichkeit und einfachen Zugang anbelangt, macht auch "Deconstruction" keine Probleme. Nur zündende Songideen sind ihr nicht eingefallen. Von einem Geniestreich á la "Bitch" ist Meredith Brooks derzeit weit entfernt. Da hilft's auch nichts, dass sie mit Hip Hop kokettiert und Queen Latifah ins Studio ruft, virtuose Grifftechniken auf der Gitarre vorführt und ihren gefällig-poppigen Rock mit akustischen Balladen kontrastiert. Frau Brooks hat ihren Biss verloren: von Frauen-Power keine Spur. Volkard Steinbach |