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BRIGHT EYES
I'm Wide Awake, It's Morning / Digital Ash In A Digital Urn Saddle Creek / Indigo
| Conor Oberst, das neue Wunderkind des amerikanischen Rock, der Michael Stipe-Kumpel und spokesman-for-a-generation gar, ist zurück. Auf solche Attribute kann er gar nicht, der charismatische Bright Eyes-Sänger, und kontert mit gleich zwei CDs, die jede für sich betrachtet werden will. "Wide Awake ..." ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die Oberst in die Sphären von Johnny Cash, Bob Dylan und dem jungen Elvis abdriften sehen. Mal bittersüß von Country-Grazie Emmylou Harris unterstützt, mal getrieben in bester Hobo-Manier, offenbart er sich hier als Traditionalist. "Digital Ash ..." hingegen zeigt Oberst als trashigen Elektro-Popper, der das Popformat beinahe sprengt. Hier spielt er seinen Glamfaktor im Sinne eines Marc Bolan, Jarvis Cocker oder der Labelkollegen The Faint voll aus. Da übersteuern schon mal die schaumigen Beats, da hält unser Held nicht immer das Metrum ein, aber oft genug kommt klassischer Pop des 21sten Jahrhunderts heraus. Beide Platten haben für sich genommen, von der Stimme mal abgesehen, nur wenige Berührungspunkte. Zusammen geben sie aber ein breitgefächertes Bild über die ausserordentlichen Qualitäten dieses jungen Mannes. Johnny Lipps |