BOO YAA TRIBE
West Koasta Nostra
Sarinjay / Sony Music

"Boo Yaa!" war der Schlachtruf, unter dem sechs Samoa-stämmige Schwergewichtler aus L.A. mit so putzigen Namen wie Murda One, Ganxsta Ridd und Kobra echten Gangsta-Funk zelebrierten. Ihr Debüt "New Funky Nation" begeisterte mit knarzigem Funk-Rock-Crossover und harten Raps. 14 Jahre und diverse mit schlechten Metal-Versuchen gescheiterte Alben später ist der Boo Yaa Tribe wieder zum G-Funk in Reinform zurückgekehrt: Ähnlich wie bei Warren G, Nate Dogg und den klassischen Dr. Dre-Produktionen wabern auch hier satte Keyboard-Teppiche und wuchtige P-Funk-Grooves durch die Boxen. Boo Yaa Tribe müssen scheinbar niemandem mehr was beweisen, und gefallen sich in der Pose der allseits respektierten Paten. Das ist auch das Problem: Ihr gediegener Gangsta-Funk kommt zwar ohne pubertäre Pfui-Lyrics aus, ist aber auch nur mäßig spannend. Für ausgewiesene Westcoast-Fans ein Muss, der Rest der Menschheit kann auf die "West Koasta Nostra" ganz gut verzichten.
Frank Krings