BEENIE MAN
The Undisputed
Virgin / Emi

Wer ist unter den Großmäulern in Jamaicas Dancehall-Szene das Lauteste? Zur Zeit sicher Beenie Man, der dem mächtigen Bounty Killer die Frau ausspannte und nebenbei noch Sean Paul vom Party-Thron stoßen will. Auf Foto-Sessions sieht man den hageren Derwisch nur noch in Boxer-Kluft - und auch musikalisch schlägt er voll auf die zwölf: Auf "Heart Attack" singt, jauchzt und toastet er über einem Techno-Riddim, ohne Atemnot zu zeigen. Auch schweißtreibende Nummern wie "Chacka Dance" oder das sexuell aufgeladene "Dutty Wine Gal" kicken jeden traditionellen Reggae-Phlegmatiker mit einem großen Arschtritt aus der Dancehall. Eine Kollabo mit der R&B-Heulsuse Akon? Für Beenie Man kein Thema, zumal er so mit "Girls" einen sicheren Hit für alle "Black-Music"-Parties dieser Welt platziert hat. Der Sprung auf den längst abgefahrenen Zug namens Reggaeton ("Fire") war allerdings wirklich nicht nötig. Ein Album mit vielen Schnellschüssen für die heimische Ragga-Party also, mehr nicht.
Frank Krings