LITTLE AXE
Hart Grind
On-u Sound / Efa

Es blubbert, es zischt, zum Mitsingen ist es nischt! Damit ist das Drittwerk von Little Axe treffend beschrieben. Mastermind Skip McDonald, ex-"Sugar Hill"-Hausband und leitend im "On-U Sound"-Studio, hat sich mit dieser Band vorgenommen, den Blues ins 21. Jahrhundert zu führen. Mit den beiden Erstwerken, dem '95er "The Wolf That House Built" und dem '96er "Slow Fuse" hatte Little Axe tatsächlich die besten Voraussetzungen für was Neues im Bluesgenre geschaffen. Zu hören waren keine sturen Zwölftakter, sondern gesampelte alte Bluesmänner im Dialog mit McDonald und dem, was ein modernes Tonstudio zu bieten hat. Das Konzept war so gut, dass es seitdem von anderen - Moby! - gerne weitergeführt wird. Nur: Moby hat mittlerweile die packenderen Rhythmen und eingängigeren Melodien in der Hinterhand. Little Axe hingegen setzt studiotechnisch eins drauf: Drumloops in durchaus interessanten Soundarchitekturen aus Hall, Geräuschen, bluesigen Gitarren und Mundharmonika - und jeweils eben ein, zwei endlos wiederholte, refrainartig eingesetzte Dialogzeilen von alten Bluesmännern. Da bleibt der Spaß auf dem Weg ins 21. Jahrhundert dann doch auf der Strecke.
Adrian Wolfen