ALANIS MORISSETTE
Under Rug Swept
Wea

Jetzt durchläuft das dritte Album der US-Sängerin schon zum wiederholten Male den Player, doch ein Funke will einfach nicht überspringen. Die meisten Stücke lassen mich einfach kalt, trotz angenehm reduzierter Instrumentierung und tiefgründiger Lyrics. Besonders die rockigen Titel zu Beginn, "21 Things", "Narcissus" und "So Unsexy", oder die über hüpfende Beats gebauten Mainstream-Popsongs "Precious Illusions" und "Hands Clean" sind kaum mehr als ferne, matte Echos des krachig-aggressiven Morissette-Debüts "Jagged Little Pill". Schöner und anziehender erscheinen da die Balladen "That Particular Time" und "A Man". Nur erinnern diese vokalartistischen Glanzleistungen allzusehr an Sinead O'Connor und Tori Amos. Was bestimmt nicht im Sinne der Erfinderin ist, denn welche Prophetin - und das war Alanis Morissette als Inbegriff der zornigen jungen Rocklady tatsächlich mal - will schon beim Abkupfern ertappt werden?
Volkard Steinbach