WOLFMOTHER
Cosmic Egg
Interscope / Universal

Was für ein schöner Anachronismus in dieser hektischen Welt. Das megaerfolgreiche Band-Debüt von 2006 mit seinem Fantasy-Kitschcover, Texten über mystische Fabelwesen und der Rückkehr der Schweineorgel katapultierte die Australier in Lichtgeschwindigkeit in die Herzen der Retro-Rockfans. Will man sich dem Paralleluniversum des 33-jährigen Bandchefs und Sängers Andrew Stockdale annähern, führt der Blick in den Rückspiegel unweigerlich zu Vergleichen mit Bands wie Led Zeppelin, Black Sabbath und frühen Deep Purple. Diesen Oldschool-Hardrock, kombiniert mit der soundmäßigen Wucht der Neuzeit, haben Wolfmother auf ihrem Zweitwerk weiter verfeinert und perfektioniert. In ausufernden Songs wie "New Moon Rising", "The Morning" oder auch dem straight rockenden "Pilgrim" klingt Stockdale wie ein überraschend geglückter Klon aus dem jungen Ozzy Osborne und dem reifen Robert Plant. Doch auch abseits dieser Black Zeppelin-Attitüde können Wolfmother mit ihrem entrückten Retro-Traditionsbewußtsein auf ganzer Linie überzeugen.
Frank Möller