BILLY TALENT
Iii
Atlantic / Warner

Das verflixte dritte Album: Wird die Erfolgformel nochmal ausgelutscht oder alles umgekrempelt? Das energetische Quartett aus Kanada löst die Aufgabe sympathisch und galant, indem es liebgewonnene Kompositionsmuster mit neuen stilistischen Einflüssen kombiniert. So ist es wohl auch Produzent Brendan O'Briens Rockkontext zu verdanken, dass anstatt traditioneller Punkwurzeln Einflüsse von Bands wie Soundgarden oder Audioslave ihren Platz im Billy Talent-Universum finden. Die folkorientierten Melodiebögen in "Saint Veronika", "Tears Into Wine" und dem absoluten Albumhighlight "The Dead Can't Testify" erinnern gar an SOAD zu ihren besten Zeiten. "Rusted" als erste Single war nicht wirklich ein Glücksgriff; da würde sich das positiv getunte "Pocketful Of Dreams" schon eher anbieten. Ungewohnte Mellotronklänge, überdeutliche Police-Zitate oder wahre Gitarrenstürme sorgen für weitere Akzente. Unterm Strich ein ambitioniertes, mehr auf den Groove als aufs Tempo und die geballte Faust bedachtes Album. Reifezeugnis hiermit erteilt!
Frank Möller