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RAZORLIGHT
Slipway Fires Mercury / Universal
| In England ist die Haltung gegenüber Razorlight gekippt. Vor allem die Presse lässt kein gutes Haar mehr an Sänger Johnny Borrell. Angeblich plustert er sich in Emphase auf, presst viel zu viel heiße Luft heraus und steht mit beiden Beinen im Kitschnäpfchen. Ok: der Mann trägt wirklich dick auf, viel heftiger als auf den ersten Alben. Hätte bei "Slipway Fires" Jim Steinway die Chöre und Streicher arrangiert, Borrell könnte als zweiter Meat Loaf durchgehen. Zum Glück ist es nicht ganz so schlimm, nicht einmal bei "The House", einem Requiem für den toten Vater. Jetzt kann man sich natürlich fragen, was eine derart persönliche Nummer auf einem Pop-Album zu suchen hat, denn das ist "Slipway Fires" trotz schwermütiger Piano-Balladen und sanfter Folk-Weisen auch. Nur eben Pop, aus dem unten ein zu viel an Passion wie süßer Saft heraustropft. Eigentlich nichts Schlimmes - dieses Problem kennen auch Bands wie Coldplay, Starsailor oder Pulp. Nur wurden diese selten so niedergemacht wie Razorlight... Volkard Steinbach |