MADELEINE PEYROUX
Bare Bones
Rounder / Universal

Mit ihrem Debüt avancierte die Sängerin aus Georgia 1996 wegen ihrer Billie Holiday-ähnlichen Phrasierung und einem bluesigen Retro-Sound im Stil der 30er zum Geheimtipp. Acht Jahre widmete sie sich geschmackvollen Jazz-Adaptionen bekannter Titel aus Pop, Chanson, Country und Blues. Darunter waren Songs von Joni Mitchell oder Leonard Cohen, aber auch mit Unterstützung von Larry Klein und Walter Becker (Steely Dan) geschriebene eigene Titel. "Bare Bones" enthält nun, anders als die Vorgänger, ausschließlich Songs, die Peyroux mit Kollegen wie Julian Coryell, Joe Henry sowie Klein und Becker geschrieben hat. Leider sind diese Kompositionen, die sich zwischen Country-Swing, Folk, R&B und Bar-Jazz bewegen, lange nicht so spannend wie ihre Cover-Versionen. Das wäre zu verschmerzen, wären nicht die dezent um Klavier und Gitarre gebauten Arrangements allzu geschmäcklerisch ausgefallen. Scheint fast so, als wollte hier jemand Madeleine Peyroux in Norah Jones verwandeln.
Volkard Steinbach