MAXIMO PARK
Quicken The Heart
Warp / Rough Trade

Wenn wir "Quicken The Heart" mal salopp mit "Herzbeschleuniger" übersetzen, so hat diese dritte Platte von Maximo Park ihre Absichten nicht verfehlt. Wie immer und manchmal noch mehr singt Paul Smith mit aller Inbrunst und Energie. Ein weißer Soulman unter Hochspannung, der allen Haken und Wendungen innerhalb der vielen Uptempo-Songs folgen kann. Diesmal in L.A. aufgenommen, rücken sie unter Mithilfe von Produzent Nick Launay mitunter in hymnenhafte Stadiontauglichkeit - oder wird hier nur die enorme Bühnenpräsenz der Band aus Newcastle kongenial umgesetzt? Kein Zweifel: Maximo Park sind mittlerweile groß, sehr groß. Der Power-Postpunk, der bei vielen Bands der Klasse 2004/5 nur noch für genervtes Abwinken sorgt, blüht hier noch mal in alter Frische auf. Immer deutlicher zeigt sich die Präsenz der Keyboards und Synthies: So könnten Maximo Park, bei entsprechender Zurückhaltung der Gitarren, bald die nächsten Stranglers werden. Insgesamt ein gutes, dynamisch verschachteltes Album - für Platte Nummer 4 sollten aber einige Veränderungen stattfinden.
Johnny Lipps