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RICHARD HAWLEY
Truelove's Gutter Mute / Emi
| Dass der ex-Gitarrist von Pulp Scott Walker verehrt, ist nichts Neues. Bereits auf seinem letzten Alben versuchte er sich mit dunkel bebendem Timbre als dramatischer Crooner. Auch "Truelove's Gutter" ist große Scott Walker'sche Balladenpracht, die sich auch schon mal pro Song über zehn Minuten ausbreiten kann. In orchestralen Klanggemälden und getragenen Songskizzen, in denen ein langsamer Walzertakt das hochstmögliche Tempo darstellt, in epischen Pophymnen und fragilen Chansons fabuliert Richard Hawley von Selbstzerstörung und Vergänglichkeit, von Liebe und Streit und natürlich auch wieder von seiner Heimatstadt Sheffield. Einfache, "normale" Songtexte sind das nicht. Hawleys ambitionierte Erzählkunst strebt nach romanhafter Tiefe. Ähnlich ehrgeizig sind die Arrangements mit schimmernden Streichern, prächtigen Gitarrenparts und magischen Klängen von singender Geige, Lyra, Glasharmonika und antiken Instrumenten mit Namen wie Cristal Baschet, Waterphone und Ondes Martenot. Sie alle fügen sich homogen ein in dieses tief berührende Album, das am Stück gehört werden will wie eine Symphonie. Volkard Steinbach |