SIXTEEN HORSEPOWER
Secret South
Glitterhouse / Tis

David Eugene Edwards reitet wieder. Und erzählt uns Geschichten aus dem Verborgenen. Secret South. Es sind böse Geschichten, düster und morbide. Religiöser Wahn (Edwards Vater war Wanderprediger), Fanatismus, unerfüllte Liebe, fiebriger Wahnsinn. Der Sumpf der Gefühle. Dazu erklingt ein Bandoneon, manchmal ein Banjo, hier und da ein melancholisches Piano. Ein beschwörender Gesang erhebt sich, der manchmal klingt, als würde Jeffrey Lee Pierce wieder unter uns weilen. Aber da ist auch Rock, wild und ungezügelt nach vorne peitschend. Die Musik aufs notwendigste reduziert, keine Spielereien, kein Firlefanz. Folk? Rock? Wahnsinn? Nenn es wie du willst, aber um Gotteswillen hör dir "Secret South" an, diese Musik könnte dein Leben retten. Erlöst dich von den Qualen des Musikmülls. Exorziert dir diese ganze quengelige Crossoverpopschlagerscheisse aus dem Leib und bläst den Kopf wieder frei für aufrichtige Musik. Und bringt dich dazu, dir neben 16 Horsepower wieder Dylan, Coen oder den Gun Club anzuhören. Und dann bist du ... gerettet.
Mirko Puzic