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DIE TÜREN
Popo Staatsakt / Indigo
| Nein, Die Türen sind keine Doors-Coverband und auch kein Gag der "Titanic". Aber solche Gerüchte sind nun mal der Preis für die Witzschischkeit (Album-Titel, Cover im Aldi-Design!) der ex-Münsteraner. Zusammen mit dem ex-Keyboarder von Blumfeld treibt das Quintett in Berlin das, was man sich unter kreativem Prekariat so vorstellt: Im Callcenter roboten, eine Minifirma gründen ("Staatsakt Records") und darüber launige Lieder komponieren. Das dritte Türen-Album bietet dabei trotz aller ironischen Zitate, Querverweise und Genre-Hoppings eine Konstante: Den Groove. Da können noch so viele Casios fiepen, Sesamstraßen-Orgeln quietschen oder Superpunk'sche Soul-Bläser schmettern - die Türen grooven sich in ihren Rhythmus ein, als wären sie James Browns Backingband. In diesem Sinne sind auch die Refrains ("Sei schlau - bleib dumm", "Tanz den Tanz") aufs Simpelste reduziert. Man traut sich ja kaum sowas zu schreiben, aber die Türen machen lustigen deutschen Pop, der so gar nicht peinlich ist... Frank Krings |