SUGARPLUM FAIRY
The Wild One
Mood Day Enterprises / Universal

Auf ihren ersten beiden Alben "Young & Armed" und "First Round First Minute" tönte die Band um Victor und Carl Norén - Bruder Gustaf ist einer der Köpfe von Mando Diao - mit ihren hymnischen Gitarrensongs noch wie ein Oasis-Fanclub. Zudem plünderten die Schweden und bekennenden Beatles-Anhänger virtuos die Pop-Geschichte der Sixties. Während die Begeisterung für die Gallagher-Brüder auf dem neuen Album - der Titel bezieht sich auf einen Filmklassiker mit Marlon Brando, allerdings aus den 50er Jahren - allenfalls noch beim breitwandigen Rocker "Kick It Up" durchscheint, hat sich am letzt genannten Faible nichts geändert. "Bus Stop", "Here it Comes", "Love's Turning Into Boredom", "You Can't Kill Rock'n'Roll" und "The Escapologist" bieten mitreißenden, poppigen Rock und Beat mit prächtigen Melodien, perfektem mehrstimmigem Gesang und ansteckendem Sixties-Charme. Selbst wenn Sugarplum Fairy das Tempo runterschrauben und einen Balladenstopp einlegen, dominieren jugendlicher Überschwang und Euphorie, wirkt die Musik wie eine frische Brise. Kein Zweifel: Die Jungs wissen, wie man frische Popsongs und potenzielle Hits schreibt.
Volkard Steinbach