SNOOP DOGG
Ego Trippin
Geffen / Universal

Hat es jemals ein 77-minütiges Album ohne Ausfälle gegeben? Kaum vorstellbar. Da macht auch das neunte Werk des schläfrig rappenden und doch unermüdlichen Snoop Dogg keine Ausnahme. Dabei waren die Erwartungen nach der Detroit-Techno-trifft-Rick-James-Single "Sexual Eruption" hoch: Snoop pfeift endlich auf Gangsterrap? Pah! Statt experimenteller Clubmusik bietet er dem Hörer nur einen riesengroßen Gemischtwarenladen an. Dort kann er sich dann zu seinem Lieblings-Snoop durchskippen: Es gibt hier nämlich den Balladen-Snoop, den Crunk-Snoop, den Blues-Snoop, den Oldschool-Snoop und natürlich den guten alten G-Funk-Snoop. Letzterer hat mir seit seinem Debüt (das brauchte nur 53 Minuten!) schon immer am besten gefallen. Der Rest ist eher beliebig als gewagt - und würde als Instrumental auch zu jedem anderen MC passen.
Frank Krings