SANTOGOLD
Santogold
Lizard King / Rough Trade

Nimmt man das digitale Rauschen in den Blogs als Maßstab, so steht Santogold aka Santi White als das nächste große (feminine) Ding fest und wird als die amerikanische Variante der zu Mainstreamruhm gekommenen Engländerin M.I.A. gehandelt. Die beiden jedenfalls mögen sich, durfte Santi doch im M.I.A.-Vorprogramm zeigen, was sie so kann. Und sie kann: das Debüt der jungen Dame klingt frisch und läßt sich genretypologisch schlecht verorten. Schuld daran ist sicher die große Garde der subkulturberühmten Producer und Kollaborateure: Diplo, Sinden, Switch, Spank Rock und natürlich oben genannte Kollegin hatten ihre Finger an den Reglern bzw. am Mic. In der Kategorie Hits-für-die-progressive-Indiedisse müssen an wirkmächtigen Songs genannt werden: die straighten Rocker "Say Aha" und "You'll Find Away", die Dub-Nummer "Shove It" sowie der hymnische Albumstarter "L.E.S. Artistes". Diese Songs stecken denn auch den wunderbaren Beginn des Albums ab, dessen elektronischere zweite Hälfte dagegen abfällt.
David Knollmann