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HERCULES AND LOVE AFFAIR
Hercules And Love Affair Dfa / Emi
| Homoerotische Saunaerlebnisse in New York, der Kampf der Götter in Homers Ilias und das fragile Flattern der Ausnahmestimme von Antony Hegarty (Antony & The Johnsons) in einem musikalischen Kontext von Disco bis Chicago House - es wäre ein Fehler, das grandiose Debüt von Hercules And Love Affair aus Bequemlichkeit auf diese Sujets zu reduzieren. Denn das von "DFA"-Chef Tim Goldsworthy supercrisp produzierte Album des Big Apple-Kollektivs um Mastermind Andrew Butler hat viel mehr groovende Facetten, als ein leidliches Discodancerevival für den urbanen Club in 2008. Dabei sind es nicht zuletzt die Beiträge Hegartys (u.a. Single "Blind"), die empfindsame Indiepopohren aufmerken lassen und dem Album eine ungeahnte Tiefe verleihen, sondern auch die exzellenten Sängerinnen Nomi und Kim Ann Foxman, die Abwechslung bieten. Letztlich trägt auch das Songwriting des Albums mit düsteren Low-Tempo-Tracks und Verweisen auf House-Legende Frankie Knuckles, The Knife oder gar Autechre dazu bei, die Spannungskurve abseits der pumpenden Dancetracks außerordentlich hoch zu halten - 46,38 Minuten großes Musikkino! David Knollmann |