HEATHER NOVA
The Jasmin Flower
Sony Bmg

Nach gut dreijähriger Albumpause meldet sich unsere Lieblingsbewohnerin der Bermudas mit einem sparsam instrumentierten Album zurück. Zwar hat sie in den letzten 24 Monaten mit diversen neuen Sounds und Besetzungen herumexperimentiert, aber nichts davon hat es aufs Album geschafft. Statt auf die Schubkraft einer Rockband zu vertrauen, setzt Heather Nova auf den kristallinen Klang einer Akustikgitarre und auf Songs in klassischer Singer/Songwriter-Manier. Bei einigen Stücken kommt die Anmut eines Streichquartetts hinzu, was den fragilen Charakter der in warme Molltöne gehüllten Kompositionen noch erhöht. Der melancholischen Stimmung der Musik entsprechen Texte über Liebesleid und Selbstzweifel. Traurige Verse, welche die blonde Sängerin manchmal allzu prätentiös intoniert, vor allem, wenn sie in hohen Tonlagen das Flehen und Schmachten ins Sirenenhafte übersteigert. Hier kann man glatt auf die Idee kommen, dass Heather Nova eine ziemlich schlechte Lebensphase aufarbeitet, durchsetzt mit elementaren Fragen nach dem Sinn des Lebens und den Klagen einer Mutter, deren Sohn im Krieg geblieben ist - übrigens eines der berührensten Lieder das Albums, zusammen mit "Out In New Mexico", dessen Streicherarrangement preiswürdig ist.
Volkard Steinbach