GRACE JONES
Hurricane
Wall Of Sound / Pias

Comeback nach 20 Jahren Albumpause: Für die dank ihrer Allüren und schrillen Outfits auffälligste Diva der frühen 80er ist das kein Problem. Die gebürtige Jamaikanerin muss sich für "Hurricane" nicht einmal neu erfinden, sondern einfach nur die alterslose Kunstfigur Grace Jones wieder ins Rampenlicht rücken. Dabei hat sie mit Brian Eno, Tricky und den jamaikanischen Rhythmusmagiern Sly & Robbie versierte Unterstützer, die genau wissen, wie man den Mythos Grace Jones unbeschädigt in die Gegenwart transportiert. Tatsächlich klingt der schwüle, theatralische, in seiner Künstlichkeit faszinierende Mix aus Akkordeonklängen, Reggae, Dub, Rap, düsterem Elektro-Rock und psychedelischem Breitwand-Pop, über dem der dunkel-androgyne Sprechgesang von Miss Jones wie eine Königin der Nacht thront, überraschend zeitlos - etwas, was man von Comebackversuchen anderer 80er-Ikonen eher selten behaupten kann.
Volkard Steinbach