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GONZALES
Soft Power Mercury / Universal
| Jason Beck aka Gonzales ist ein kosmopolitischer Tausendsassa. Nach klassischer Pianoausbildung im Heimatland Kanada verschlägt es ihn nach Berlin, wo er bei "Kitty-Yo" unterkommt und auf drei Alben u.a. als jüdischer Supervillain-MC über weirden Elektropop rappt. Die so gewonnene Reputation als exzentrischer Sonderling zerstört Gonzales einige Zeit später durch das in seriösen Klassik- und Jazzkreisen hochgelobte Klavieralbum "Solo Piano", während er nebenbei Freundin Feist bei ihrem Erstling "Let It Die" half, mit Jamie Lidell Kaffee trank und nach Paris übersiedelte. Dort wurde jüngst "Soft Power" aufgenommen - ein charmant eklektisch angelegtes Popalbum, das versucht, mit einem ironischen Retro-Stilmix und viel Kitsch die Herzen der Hörer zu erobern. Höhepunkte sind sicher die Lidell- und Feist-Kollaborationen, oder das bitterböse Uptempo-Stück "Unrequited Love". Der Rest wird Kennern wie die logische Fortführung von Gonzales' musikalischem Schaffen erklingen, Neulinge eventuell jedoch stilverwirrt und zugangslos zurücklassen. David Knollmann |