THE RAKES
Ten New Messages
V2 / Rough Trade

Beinahe die komplette Britpop-Class of 2005 kommt jetzt mit ihren Zweitwerken um die Ecke. Werden die Grenzen des Formats gesprengt? Bloc Party mutieren zu den Radiohead ihrer Generation, die Kaiser Chiefs setzen auf mitsingbare Gassenhauer. Und The Rakes? Knapp die Hälfte ihrer Stücke schreiben jenen knochentrockenen Gang Of Four-Sound fort, den wir nicht mehr so interessant finden. Vor allem wenn mitreißende Tracks á la "Retreat" oder "22 Grand Job" fehlen. Daneben gibt es aber tolle Nummern voll unterschwelliger Abgründigkeit! Etwa die spartanische Studie über Einsamkeit und Nichtkommunikation in "When Tom Cruise Cries", oder das geisterhaft dahinfließende "Suspicious Eyes". Alles bleibt dabei betont lakonisch und transparent, Aufrüstungsgelüste in Sachen Arrangement hätten diesen Stücken wahrscheinlich geschadet. Unterm Strich bleibt: Die eine Hälfte ist superspannend, die andere arbeitet sich erfolglos an stumpfen Klischees ab.
Johnny Lipps