THE PONYS
Turn The Lighs Out
Matador / Indigo

In Zeiten von "ProTools" und anderen digitalen Perfektionsmaschinen ist es doch schön zu hören, wenn eine Band mal wieder richtig losrumpelt. Und das tun The Ponys gewaltig. Wie schlafwandelnde Drogenwracks und mit einem 1a-LowFi-Probenraumsound bepackt, beackern sie das Feld des psychedelischen Garagenrock zwischen Stooges und Joy Division, zwischen Gitarrenfeedback, frühem Düsterrock und Blues. Und wo ein Jack White die sauber formulierte Variante wählt, schlampen die Ponys mit Attitüde. Zwar gehören hier auch Feedback-Freakouts zum Standard, doch bleiben die Songs angenehm kurz und poppig. Eine wahre Wohltat dieses Album, auch weil hier endlich mal eine Gitarrenband einer etwas anderen Traditionslinie verpflichtet ist. Bleibt zu hoffen, dass sie mit ihrem dritten Album endlich mehr Freunde gewinnen.
Karl Koch