MAXIMO PARK
A Certain Trigger
Warp / Rough Trade

Bergeweise Vorschußlorbeeren, ultrarare Singles, ein großes Raunen um ein paar runterladbare Mp3-Formate: keine Frage, kaum ein Debut wurde dieses Jahr derart sehnsüchtig erwartet wie das der Band aus dem nordenglischen Newcastle. Das Tolle daran: "A Certain Trigger" rechtfertigt den Hype voll und ganz. Wann zuletzt hat eine junge Band so viel Leidenschaft, Poesie und Rotzigkeit vermitteln können? Beinahe jeder Song kann als Liebeserklärung und gleichzeitig als Aufbegehren gelesen werden. Man höre nur das drängende "Apply Some Pressure" oder das mächtige "Graffiti". Sänger Paul Smith gehört zweifelsohne in die Liga Ray Davies, Paul Weller, Morrissey und Jarvis Cocker, große Gefühle werden von ihm mit dem typisch englischen Glam der Working-Class rübergebracht. Zwischen all den krachenden Gitarren lauert stets eine quängelnde Sixties-Orgel, die das Hymnenhafte ein wenig bricht. So haben Maximo Park nur wenig Gemeinsamkeiten mit den artschoolhaft distanzierten Franz Ferdinand oder diversen jungen New Yorker Bands. Allenfalls in den besten Songs der Libertines finden sich vergleichbare Momente. Maximo Park sind definitiv ein Unikat und zu groß für irgendwelche Trends.
Johnny Lipps