ELVIS PERKINS
Ash Wednesday
Beggars Group / Indigo

Ja, der Mann heißt wirklich so! Elvis Perkins ist der Sohn des Schauspielers Anthony Perkins ("Psycho"). Und macht unglaublich traurig-schöne Songs. Über gut die Hälfte des Albums, das in seiner simplen Machart an intime Singer/Songwriter-Platten der späten 60er und frühen 70er anknüpft, erinnert er an Klassiker von Leonard Cohen bis Nick Drake. Beim Opener reichen Perkins ein paar locker ausschwingende Gitarren, um eine entspannt melancholische Stimmung zu erzeugen, die sich mit dem Einsatz eines schleppenden Schlagzeugbeats langsam hochschaukelt - später kommen noch Streicher, Trompete und ein Chor hinzu. Immer wieder sind es kleine Arrangement-Ideen und stilistische Schwenks, die den zarten Songs Reiz verleihen - eine Violine, ein scheppernder Beat, Vibraphone, ein Harmonium. Wie Perkins mal mit unaufgeregter Stimme, mal ansteckend enthusiastisch, mal schmerzhaft intensiv von Erinnerungen, Erfahrungen, Befindlichkeiten und skurrilen Begegnungen erzählt, das ist poetische Singer/Songwriterkunst erster Güte. Damien Rice, Ryan Adams, Rufus Wainwright und Conor Oberst haben Konkurrenz bekommen!
Volkard Steinbach