THE DOVES
Lost Souls
Emi

Früher hießen sie Sub Sub, hatten 1993 einen dicken Hit in England, und dann war da noch die Sache mit den Mastertapes in Zusammenarbeit mit Tricky und New Order, die einem Brand zum Opfer fielen. Reicht das für die Doves aus Manchester schon zur Semi-Legende? Jein. Mächtig wie eine kräftige Atlantikbrise und mysteriös undurchdringlich wie der nordenglische Nebel kommt diese Musik daher. Da rauscht der Gesang durch Phaser und Flanger, da werden Soundwände aus Gitarren aufgebaut, mitunter gibt's auch eine Prise englischen Folk. Der bombastische Instrumental-Opener "Firesuite" gibt ein wenig unglücklich die Richtung an. Namen wie Echo & The Bunnymen, Ride oder Boo Radleys könnten jetzt fallen, mit dem angekratzten Charme der Zweitverwurstung. Am besten sind die Doves dann, wenn sie ihre Songschreiberseite betonen und kleine Perlen wie "Break Me Gently" oder "Catch The Sun" abliefern. Als Verbreiter psychedelischer Stimmungen sollte man sie dagegen nur in die Kategorie "ausbaufähig" einordnen.
Johnny Lipps