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THE DECEMBERISTS
The Crane Wife Capitol / Emi
| Mit fragilen Folksongs und antiquierten Balladen hat sich die Band aus Portland, Oregon in die Herzen des Publikums geschlichen. Das blieb auch grossen Plattenfirmen nicht verborgen. Aber statt auf dem Major-Debüt den bewährten sympathischen Weg fortzusetzen, präsentieren sich die Decemberists verwandelt. Mehr Geld und mehr Studiozeit bedeuten opulentere Arrangements, mehr Instrumente und Stilwechsel. Und längere Stücke, ja richtige mehrteilige Suiten mit märchenhaften Inhalten wie die Geschichte von der Kranichfrau oder die Moritat "The Island". Musikalisch wird weit ausgeholt, der Bogen von Folk bis Art- und Progrock überspannt. Tempi- und Stimmungswechsel gibt's en masse, ebenso Orgel- und Gitarrensoli und manches erinnert gar an Pink Floyd. Mittendrin finden sich sommerlich leichte Popsongs, bedrohlicher Rock und versponnener Elektropop, bis schliesslich wieder traditioneller Folk dominiert. Eigentlich müsste "The Crane Wife" völlig schizophren wirken, tut es aber nicht, da Colin Meloys sanfte Stimme und seine durchweg zauberhaften Melodien alles auch noch so konträre zusammenhalten. Volkard Steinbach |