COMMON
Finding Forever
Geffen / Universal

Treten Sie ein in die gute Stube des Hip Hop! Hier hat der Künstlerbart und Cordjacke tragende Common seinen Stammplatz. Seit er es mit der Freigeisterei auf "Electric Circus" mal arg übertrieben hatte, geht er auf Nummer sicher: Wie schon beim Vorgänger "Be" sitzt wieder fast ausnahmslos Kanye West hinter den Reglern. Und der weiß eben, wie man den schwelgerischen Soul der Philly-Ära für Urban-Hörer von heute übersetzt. So wurden Drums, Snares, Streicher und Keyboards so lange gefiltert, bis am Ende ein warmer, geradezu sphärischer Groove entstand. Auch die säuselnden Gast-Vocals von Lily Allen - die sich als die bessere Nelly Furtado erweist - bringen keine Unruhe in Commons Stilkosmos. Er selber scheint sich endgültig der poetischen Tiefgründelei und nicht mehr dem pointierten Rap verschrieben zu haben. Diese Meister-Produktion in Sachen Neo-Soul-Fusion-Hip Hop hat eine geradezu soghafte Wirkung! Allein der MC Common langweilt mich dabei, aber das ist vielleicht eher mein Problem...
Frank Krings